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Geschichte

Historische Ansicht Dienstgebäude auf der Kirchgasse in Freiberg

(© Bild-PD-alt-70)

Der Ursprung des sächsischen Bergbaus liegt im Mittelalter. Um das Jahr 1168 wurde nach einem Aufsehen erregenden Silberfund die Gegend um Freiberg besiedelt und die Siedlung 1186 durch Markgraf Otto den Reichen zur Stadt erhoben, die sich zügig entwickelte. Der Bergbau sorgte in den folgenden 700 Jahren für die Prosperität des Landes. Ein Bergamt in Freiberg findet seit dem Jahr 1241 Erwähnung. Seit 1244 ist in Freiberg die erste Münze des Landes ansässig. 1307 wird das bereits lange Zeit angewandte Freiberger Bergrecht niedergeschrieben, es galt in großen Teilen Europas.

Nach dem vorübergehenden Niedergang des Silber- und Metallerzbergbaus wird er ab Mitte des 15.Jahrhunderts mit neuer Blüte auf das erzgebirgische Revier im Raum Altenberg, Schneeberg und Annaberg ausgedehnt. Der Rechenmeister Adam Ries wird 1523 Bergbeamter in Annaberg. 1509 wurde von Herzog Georg die Annaberger Bergordnung erlassen, die bis ins 19. Jahrhundert die maßgebliche Grundlage des Bergrechts in Mitteleuropa war.

Die erste Erwähnung eines Bergmeisters erfolgte 1241. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich das Oberbergamt heraus, das Gründungsjahr 1542 ist umstritten. Das Oberbergamt war Keimzelle der 1765 gegründeten ersten wissenschaftlichen Hochschule der Welt, der Bergakademie Freiberg. Im 19. Jahrhundert gründete das Oberbergamt auch den geologischen Dienst des Landes. Der Freiberger Erzbergbau endete 1969, die letzten Erzbergwerke in Altenberg und Ehrenfriedersdorf schlossen 1991. Seitdem ist der Erzbergbau in ganz Deutschland Geschichte.

Der Steinkohlenbergbau in Zauckerode (Freital bei Dresden), dessen Wurzeln im 16. Jahrhundert liegen, entwickelte sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts weiter bis zu industriellen Dimensionen, ebenso der Steinkohlenbergbau von Zwickau bis 1980 und Oelsnitz bis 1971.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs auch der Braunkohlenbergbau im Mitteldeutschen Revier (Südraum von Leipzig) und in der Lausitz zu Großbetrieben, die ursprünglichen Untertagebetriebe gingen auf den Tagebau über. In der DDR erreichte der Braunkohlenbergbau gewaltige Dimensionen, die DDR wurde das größte Braunkohlenförderland der Welt. Heute dient der privatisierte Braunkohlenbergbau in beiden Revieren überwiegend der krisensicheren und wirtschaftlichen Stromgewinnung.

Auch der nach 1946 begonnene Uranerzbergbau erreichte in der DDR erhebliche Dimensionen, die DDR war drittgrößter Uranproduzent der Welt und die Nr. 1 des Ostblocks. Abgebaut wurde bis 1990 im Erzgebirge, in Dresden-Gittersee und in Königstein im Elbsandsteingebirge. Der stillgelegte Uranerzbergbau und der nicht privatisierte Teil des Braunkohlenbergbaus gehören heute zu den größten Sanierungs- und Umweltprojekten Europas.

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